Mein Körper brauchte eine Pause
Heute möchte ich dich auf einen Spaziergang mitnehmen.
Ich saß die letzten Stunden vor meinem Laptop – tief versunken in KI, Krypto und all den spannenden Themen, die mich gerade beschäftigen.
Mein Körper brauchte dringend einen Ausgleich.
Also beschloss ich, spazieren zu gehen. Niemand aus meiner Familie hatte Lust mitzukommen, also machte ich mich allein auf den Weg.
Die erste Entscheidung traf ich direkt vor der Haustür: Ich ließ meine Schuhe stehen.
Der Gedanke gefiel mir, mich mit jedem Schritt zu erden und den Boden ganz bewusst unter meinen Füßen zu spüren.
Hinter unserem Haus stand ich an einer Weggabelung. Die eine Richtung führte in die Zivilisation, die andere in den Wald.
Es war bereits nach 21 Uhr. Die Dämmerung hatte eingesetzt und der Wald wirkte dunkel.
Ich entschied nicht mit dem Kopf, sondern überließ meiner Intuition die Wahl.
Sie führte mich in den Wald.
Eine Entscheidung aus der Intuition
Bevor ich den ersten Schritt hineinsetzte, hielt ich kurz inne. Ich begrüßte den Wald und fragte innerlich, ob ich diesen Raum betreten dürfe.
Eine kleine Geste der Demut gegenüber der Natur.
Dann ging ich los.
Schon nach wenigen Schritten spürte ich, wie Angst aufstieg.
Ich war allein. Es wurde immer dunkler. In meinem Kopf entstanden die absurdesten Horrorszenarien. Die Angst wollte mich zurückziehen.
Doch ich entschied mich, ihr nicht nachzugeben.
Ich ging weiter.
Ein weiterer Impuls tauchte auf: Ich könnte mich doch mit schönen Gedanken oder positiven Affirmationen ablenken.
Aber auch das verwarf ich.
Stattdessen richtete ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Herzraum und erlaubte der Angst, einfach da zu sein.
Ich spürte sie.
Ich nahm sie wahr.
Und ich tat nichts.

Die Angst als Begleiterin
Ich ging weiter und beobachtete sie.
Es knackte und raschelte. Mal vor mir, mal neben mir, mal hinter mir. Immer wieder glaubte ich, Schatten zu erkennen.
All das nahm ich wahr.
Und gleichzeitig blieb ich in meinem Herzen ruhig.
Beobachtend.
Wahrnehmend.
Schließlich erreichte ich eine Kreuzung mit vier Waldwegen. Von dort konnte ich weit in den Wald hineinschauen.
Ich blieb stehen.
Ich machte mir bewusst, dass ich allein im halbdunklen Wald stand.
Die Angst war immer noch da. Und das war in Ordnung.
Ich fragte sie innerlich, ob sie noch mehr erfahren wollte. Ob ich weitergehen sollte.
Doch es genügte.
Plötzlich stellte sich eine Leichtigkeit ein. Ich drehte um.
Der Rückweg fühlte sich anders an
Ich sah die Schönheit der Bäume. Ich roch den Waldboden. Ich spürte jedes kleine Steinchen unter meinen Füßen.
Hin und wieder drängte sich wieder ein Gedanke auf, was mir alles passieren könnte.
Solche Gedanken schieße ich innerlich mit einem Pfeil ab. In meiner Vorstellung quieken sie dabei laut. Das ist meine ganz persönliche Art, unangemessene Gedanken aus meinem Kopf zu verabschieden.
Ich musste lächeln und badete weiter in all den waldigen Sinneseindrücken.
Als ich den Wald verließ, bedankte ich mich für diese wunderbare Erfahrung.
Fast zurück im Ort kam mir ein Mann mit seinem Hund entgegen.
Ich sehe ihn häufiger. Er wirkt zurückhaltend, grüßt nie und senkt meist den Blick. Kurz fragte ich mich, ob ich ihn ansprechen sollte. Ich machte einen schnellen Ringtest mit meinen Fingern, um meine Systemintelligenz zu befragen. Die Antwort war eindeutig: Nein.
Also ging ich schweigend weiter.
Mehr als nur ein Spaziergang
Wieder zu Hause wurde mir bewusst, dass es weit mehr gewesen war als nur ein Spaziergang. Es war eine Erfahrung.
Im Außen.
Und im Innen.
Ich schenkte meinem Körper Bewegung.
Ich traf bewusst Entscheidungen.
Ich vertraute meiner Intuition.
Ich stellte mich meiner Angst.
Ich nutzte meinen Körper als Unterstützung bei einer Entscheidung.
Und ich bin dankbar für diesen besonderen Erfahrungsraum.
Genau darum geht es auch in meinem Buch „Relax – Entspannte Menschen entscheiden besser“.
Ich habe darin keine theoretischen Konzepte gesammelt und nichts geschrieben, nur weil es sich gut liest.
Ich beschreibe das, was ich selbst lebe, täglich erfahre und immer wieder anwende.
Wenn dich solche Erfahrungen berühren und du tiefer verstehen möchtest, wie Entspannung unsere Wahrnehmung und unsere Entscheidungen verändert, dann findest du in meinem Buch viele weitere Impulse, Übungen und persönliche Erfahrungen, die mich auf diesem Weg begleitet haben.
Denn ich bin überzeugt: Die Welt schenkt uns unendlich viel, wenn wir bereit sind, uns für ihre Wunder zu öffnen – im Außen genauso wie im Innen.

